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MPP Tracker: Der Schlüssel zur maximalen Effizienz Ihrer PV-Anlage

Von Nikita Kühne
MPP Tracker
MPP Tracker haben trotz ihrer kleinen Größe eine große Wirkung | © Victron Energy

Solaranlagen zählen neben der Wind- und Wasserkraft zu den bedeutendsten Technologien zur Gewinnung nachhaltiger Energie. Damit Photovoltaikanlagen ihre maximale Leistung erbringen können, ist der Maximum Power Point Tracker (kurz MPP Tracker) unverzichtbar. Ein Glück, dass er bei den meisten modernen PV-Anlagen bereits integriert ist.

Doch was ist ein MPP Tracker überhaupt, wie funktioniert er, und welche Vorteile bietet er? In diesem Artikel geben Ihnen die Experten von Energieheld einen Einblick in die Welt des MPP Trackings.

Inhalt


    Was ist ein MPP Tracker?

    Beim Maximum Power Point Tracker (MPP Tracker) handelt es sich um eine elektronische Einheit, die bei fast allen modernen Photovoltaikanlagen fest in den Wechselrichter integriert ist. Der Tracker ist ein integraler Bestandteil und sorgt dafür, dass Solarmodule unabhängig von äußeren Bedingungen mit optimaler Effizienz arbeiten.

    Der Hintergrund: In einer Photovoltaikanlage schwanken die Betriebsbedingungen – etwa durch veränderte Einstrahlungsintensitäten, Modultemperaturen oder Verschattungen. Ohne MPP Tracker könnten diese Schwankungen die Energieausbeute erheblich beeinträchtigen. Dank des MPP Trackings wird jedoch sichergestellt, dass die Anlage stets mit der bestmöglichen Effizienz arbeitet.


    Wie funktionieren MPP Tracker?

    Photovoltaik-Anlage auf einem Dach
    Photovoltaik-Anlage auf einem Dach | Alessandro28 © shutterstock.com

    Der MPP Tracker hat die Aufgabe, den Maximum Power Point (MPP) eines PV-Strings zu finden. Dies ist der Punkt, an dem die Anlage ihre höchste Leistung liefert, indem die optimale Kombination aus Stromspannung (U) und Stromstärke (I) ermittelt wird. Dazu überwacht ein sogenannter "Microcontroller" im Tracker kontinuierlich die Strom- und Spannungswerte der Module. Um auf Schwankungen zu reagieren, passt dann ein Gleichspannungswandler (auch DC/DC-Wandler) seinen Widerstand an und kann so die Stromspannung konstant halten. Dieser Vorgang nennt sich auch Maximum Power Point Tracking (MPPT).

    Der so optimierte Gleichstrom wird anschließend vom Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt, der ins Stromnetz eingespeist oder im Haushalt genutzt werden kann.

    Ein Beispiel: An einem heißen Sommertag scheint die Sonne besonders stark. Dadurch steigt die Stromstärke und die Temperatur der Solarmodule. Der MPP Tracker überwacht diese Veränderungen und senkt entsprechend die Stromspannung, um wieder den Punkt zu erreichen, an dem die Kombination aus Spannung und Strom die höchste Leistung liefert.

    Typische PV-Anlagen können je nach Auslegung einen oder mehrere MPP Tracker enthalten. Besonders bei Anlagen mit unterschiedlichen Dachausrichtungen oder Teilverschattungen sind mehrere Tracker vorteilhaft, um die Effizienz jedes Strings zu maximieren.


    PV-Anlage mit MPP-Tracker gesucht?


    MPP Tracking: Diese Verfahren gibt es

    Beim MPP-Tracking kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, die jeweils darauf abzielen, den Maximum Power Point (MPP) der Solarmodule möglichst präzise und effizient zu finden. Die gängigsten Methoden sind:

    1. Perturb and Observe (P&O)

    Dieses Verfahren ist eines der meistgenutzten, da es einfach zu implementieren ist. Hierbei wird die Spannung der Solarmodule in kleinen Schritten variiert, um zu beobachten, ob sich die Ausgangsleistung erhöht oder verringert. Wenn die Leistung steigt, bewegt sich der Tracker weiter in dieselbe Richtung. Sinkt die Leistung, wird die Richtung geändert. Obwohl dieses Verfahren effizient ist, kann es bei schnellen Änderungen der Umgebungsbedingungen (z. B. durch Wolken) vorübergehend ungenau sein.

    2. Incremental Conductance (INC)

    Das Incremental Conductance-Verfahren arbeitet genauer als P&O und ist besonders vorteilhaft bei wechselnden Wetterbedingungen. Es vergleicht die momentane Leitfähigkeit der Solarmodule mit der Inkremental-Leitfähigkeit, um den MPP präzise zu bestimmen. Sobald die beiden Werte gleich sind, hat der Tracker den MPP erreicht. Dieses Verfahren ist jedoch komplexer und erfordert mehr Rechenleistung.

    3. Konstante Spannung (Constant Voltage)

    Hier wird eine feste Spannung als Sollwert für den MPP angenommen, die auf Erfahrungswerten oder vorherigen Messungen basiert. Dieses Verfahren ist einfach und benötigt wenig Rechenleistung, eignet sich jedoch eher für stabile Bedingungen, da es weniger flexibel auf Schwankungen reagiert.

    4. Künstliche Intelligenz (KI) und Algorithmen

    Moderne Systeme nutzen zunehmend KI-basierte Algorithmen wie neuronale Netze oder Fuzzy-Logik, um den MPP schneller und präziser zu finden. Diese Verfahren können große Datenmengen analysieren und auf Grundlage von Mustern effizient reagieren. Besonders bei komplexen Anlagen mit mehreren Strings oder dynamischen Bedingungen sind sie äußerst leistungsstark.


    Der Unterschied zwischen MPP-Tracker & Leistungsoptimierer

    PV Leistungsoptimierer
    Ein Leistungsoptimierer sorgt für mehr Effizienz bei Ihrer PV-Anlage | © Energieheld

    Während MPP Tracker im Wechselrichter integriert sind und auf Ebene des Strings arbeiten, werden Leistungsoptimierer direkt an den einzelnen Modulen angebracht und greifen dort ein. Sie sind besonders dann sinnvoll, wenn bestimmte Module häufig durch Schatten, Verschmutzungen oder eine unterschiedliche Ausrichtung beeinträchtigt werden. Leistungsoptimierer sorgen dafür, dass jedes Modul unabhängig vom Rest des Strings mit maximaler Effizienz arbeitet.

    Leistungsoptimierer können MPP Tracker nicht ersetzen, sondern ergänzen deren Funktionalität in besonders anspruchsvollen Anlagen. Sie kommen hauptsächlich bei komplexen Dachstrukturen oder Teilverschattungen zum Einsatz.

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    MPP Tracker: Welche Kosten sind zu erwarten?

    Die Kosten eines MPP Trackers sind in den meisten Fällen bereits im Wechselrichterpreis enthalten, da die meisten modernen Photovoltaikanlagen standardmäßig mit dieser Technologie ausgestattet sind.

    Je nach Anlagengröße, Hersteller und Funktionsumfang können die Kosten für den Wechselrichter variieren. In der Regel bewegen sie sich zwischen 700 und 2.500 Euro, abhängig davon, wie viele Strings angeschlossen werden sollen oder ob der Wechselrichter zusätzliche Funktionen wie die Integration von Batteriespeichern unterstützt.

    Die Wahl des Wechselrichters und somit des MPP Trackers beeinflusst die Effizienz und Lebensdauer der gesamten Anlage. Daher ist es wichtig, auf die Qualität und die technischen Spezifikationen des Geräts zu achten. Günstige Modelle mögen auf den ersten Blick verlockend erscheinen, doch sie könnten langfristig höhere Kosten durch Effizienzverluste oder Wartungsaufwand verursachen.

    Zusätzlich können bei komplexeren Anlagen mit unterschiedlichen Ausrichtungen oder vielen Strings höhere Kosten anfallen, da diese Systeme oft mehr als einen MPP Tracker benötigen. Zwar sind die Anschaffungskosten durch den Einbau hochwertiger Wechselrichter mit integrierten Trackern etwas höher, doch diese machen sich durch eine gesteigerte Energieausbeute und damit langfristig durch niedrigere Stromkosten bezahlt.

    Bild: Energieheld-Tipps

    Bei komplexeren Anlagen mit unterschiedlichen Modultypen oder stark verschatteten Flächen können die bereits erwähnten Leistungsoptimierer als Ergänzung sinnvoll sein. Diese erhöhen jedoch im Gegensatz zum integrierten MPP Tracker die Kosten pro Modul um etwa 50 bis 80 Euro.


    Fazit: MPP Tracker als Schlüssel zur Effizienz

    Ein MPP Tracker ist ein unverzichtbares Element moderner Photovoltaikanlagen, wenn es darum geht, die Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu maximieren. Durch die intelligente Anpassung an wechselnde Bedingungen stellt der Tracker sicher, dass Sie stets das Optimum aus Ihrer Anlage herausholen. In Kombination mit anderen Technologien wie Leistungsoptimierern sorgt er dafür, dass auch komplexe PV-Anlagen effizient und leistungsstark arbeiten können.

    Die Experten von Energieheld stehen Ihnen bei Fragen zu MPP Trackern und Photovoltaikanlagen gern zur Seite. Mit jahrelanger Erfahrung helfen wir Ihnen, die ideale Lösung für Ihre individuellen Anforderungen zu finden – von der Planung bis zur Vermittlung qualifizierter Fachbetriebe. Lassen Sie sich beraten und profitieren Sie von unserem Know-how für eine nachhaltige und zukunftssichere Energieversorgung!


    Zum Autor: Nikita Kühne

    Autorenbild Nikita Kuehne

    Nikita Kühne ist studierter Wirtschaftsingenieur (M.Sc) und bei RENEWA/Energieheld Teamleiter der Fachplanung. Als Energieberater für Wohn- und Nichtwohngebäude bringt er sein Interesse an Digitalisierung und datengetriebenem Arbeiten in die Beratung ein. Mit seiner Expertise entwickelt er neue Ansätze, die Energieeffizienz und Lebensqualität steigern sollen, um eine nachhaltige Zukunft zu schaffen. Hier gelangen Sie zu Nikitas LinkedIn Profil.