PVT-Module: Kosten, Förderung & Funktion
Von Nikita Kühne
PVT-Module (Photovoltaik-Thermie-Module) sind Hybridmodule, die gleichzeitig Strom und Wärme aus Sonnenenergie gewinnen. Sie kombinieren die Funktionen von Photovoltaik (PV)-Modulen und solarthermischen Kollektoren in einem einzigen Modul, wodurch sie effizienter arbeiten als separate Systeme. Denn PVT-Module nutzen die Sonnenenergie nicht nur doppelt, die beiden Technologien unterstützen sich auch gegenseitig.
Doch wie genau funktionieren diese Module, welche Vorteile bieten sie, und für wen lohnt sich die Investition? Die Experten von Energieheld klären auf.
Wie funktionieren PVT-Module?
PVT-Module, also Photovoltaik-Thermie-Module, kombinieren zwei Technologien in einem System: die Stromerzeugung durch Photovoltaik und die Wärmeerzeugung durch Solarthermie.
Während die obere Schicht des Moduls aus klassischen Solarzellen besteht, die Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln, befindet sich auf der Rückseite eine thermische Schicht. Diese nutzt die Abwärme, die beim Betrieb der PV-Zellen entsteht, indem sie sie an ein Wärmetransportmedium – meist Wasser, eine Wasser-Glykol-Mischung oder Luft – weiterleitet. Dadurch wird nicht nur Strom erzeugt, sondern gleichzeitig Wärme gewonnen, die zur Heizungsunterstützung oder Warmwasserbereitung genutzt werden kann.

Alle Vorteile von PVT-Modulen
Doppelte Energieausbeute - insbesondere in Kombination mit einer Wärmepumpe
Da PVT-Module sowohl Strom als auch Wärme erzeugen, ermöglichen sie eine höhere Gesamtenergieausbeute als einzelne Systeme. Das kann besonders in Haushalten mit hohem Energiebedarf von Vorteil sein.
Gerade PVT-Module in Kombination mit einer Wärmepumpe sind sehr effizient, da sie einerseits Strom für den Betrieb der Wärmepumpe liefern. Andererseits unterstützt die thermische Schicht die Wärmepumpe, indem sie die Abwärme der PV-Zellen aufnimmt und der Wärmepumpe zur Verfügung stellt. Dadurch arbeitet die Wärmepumpe mit einer höheren Quellentemperatur, was ihren Stromverbrauch senkt und die Effizienz steigert. Das führt zu einer optimalen Nutzung der Sonnenenergie, niedrigeren Betriebskosten und einer umweltfreundlicheren Heizlösung.
Höhere Effizienz durch Kühlung der PV-Zellen
Die thermische Schicht der PVT-Module kühlt die Photovoltaikzellen, wodurch deren Wirkungsgrad verbessert wird. Bei hohen Temperaturen verlieren PV-Module an Effizienz. Indem diese Wärme verwendet wird, wird dieser Effekt reduziert.
Platzsparende Lösung
Für Gebäude mit begrenzter Dachfläche bieten PVT-Module eine effiziente Alternative. Anstatt separate PV- und Solarthermie-Module zu installieren, genügt eine einzige PVT-Anlage.
Nachhaltigkeit und CO₂-Einsparung
Nicht zuletzt reduziert die gleichzeitige Produktion von Strom und Wärme den Bedarf an fossilen Brennstoffen und senkt den CO₂-Ausstoß.
Nachteile von PVT-Modulen im Überblick
Hohe Anschaffungskosten
PVT-Module sind teurer als einzelne Photovoltaik- oder Solarthermiemodule. Die höheren Investitionskosten sollten Sie daher gegen die langfristigen Einsparungen abwägen.
Komplexe Installation
Die Montage von PVT-Modulen ist aufwendiger, da sowohl elektrische als auch thermische Anschlüsse berücksichtigt werden müssen. Eine fachgerechte Planung ist wichtig.
Lohnen sich oft nur bei ganzjährig hohem Wärmebedarf
PVT-Module zu installieren, lohnt sich meist nur dann, wenn Sie das ganze Jahr über einen hohen Wärmebedarf haben. Das ist in der Regel aber nicht der Fall. Deshalb kommen PVT-Anlagen eher bei Hotels, Schwimmbädern oder ähnlichen öffentlich zugänglichen Einrichtungen zum Einsatz.
Kosten und Fördermöglichkeiten von PVT-Modulen
Die Preise für PVT-Module sind schwer einzuschätzen, da es bislang noch wenige Hersteller gibt, die PVT-Anlagen anbieten. Unserer Erfahrung nach können Sie für eine PVT-Anlage mit Kosten von etwa 37.500 Euro rechnen.
Förderungen für PVT-Module
PVT-Module werden in Deutschland staatlich gefördert. Von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten Sie für den Einbau einer modernen, klimafreundlichen Heizung eine Heizungsförderung von mindestens 30 und maximal 70 Prozent. Die maximal förderfähigen Kosten liegen dabei bei 30.000 Euro. Somit ist ein Zuschuss von 9.000 bis maximal 21.000 Euro möglich.
Beachten Sie, dass bei der Förderung von PVT-Modulen der PV-Anteil separat berücksichtigt wird. Für ihn gilt die Heizungsförderung nicht. Stattdessen werden pro kWp elektrische Leistung der PVT-Module 1.500 Euro vom Gesamtkaufpreis abgezogen, um den förderfähigen Betrag zu berechnen.
Amortisation und Wirtschaftlichkeit
Die Amortisationszeit von PVT-Modulen hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Höhe der Einsparungen bei Strom- und Heizkosten sowie mögliche Förderungen. In der Regel liegt die Amortisationszeit zwischen 5 und 10 Jahren.
Fazit: Lohnen sich PVT-Module?

PVT-Module sind eine innovative Lösung für die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme und können besonders in Kombination mit einer Wärmepumpe effizient arbeiten. Allerdings sind sie vor allem für Gebäude mit einem ganzjährig hohen Wärmebedarf empfehlenswert – beispielsweise Hotels oder Gewerbebetriebe, die kontinuierlich Warmwasser oder Prozesswärme benötigen.
Das liegt daran, dass in Einfamilienhäusern mit einem saisonalen Heizbedarf die gewonnene Wärme in den Sommermonaten oft nicht vollständig genutzt werden kann, was die Wirtschaftlichkeit mindert. In solchen Fällen kann eine Kombination aus Photovoltaik und einer effizienten Wärmepumpe oder separater Solarthermie oft die wirtschaftlichere Wahl sein.
Bevor Sie sich für eine PVT-Anlage entscheiden, empfiehlt sich eine Analyse des Wärme- und Strombedarfs durch einen Energieberater. Wenden Sie sich für ein kostenloses Gespräch gerne an uns.
FAQ
Wie viel Energie erzeugt ein PVT-Modul?
Wie unterscheidet sich ein PVT-Modul von einem Hybridmodul?
Kann ich PVT-Module mit einer Wärmepumpe kombinieren?
Gibt es Förderungen für PVT-Module in Deutschland?
Für wen lohnt sich der Einsatz von PVT-Modulen besonders?
Zum Autor: Nikita Kühne

Nikita Kühne ist studierter Wirtschaftsingenieur (M.Sc) und bei RENEWA/Energieheld Teamleiter der Fachplanung. Als Energieberater für Wohn- und Nichtwohngebäude bringt er sein Interesse an Digitalisierung und datengetriebenem Arbeiten in die Beratung ein.
Mit seiner Expertise entwickelt er neue Ansätze, die Energieeffizienz und Lebensqualität steigern sollen, um eine nachhaltige Zukunft zu schaffen. Hier gelangen Sie zu Nikitas LinkedIn Profil.